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Die Geschichte unseres täglichen Brotes

Die Geschichte des wohl wichtigsten Nahrungsmittels weltweit zählt Tausende von Jahren. Das Brot ist nicht nur ein wichtiges Nahrungsmittel. Es gehört zu jenen Entdeckungen des Menschen, die seine Geschichte und Kultur geprägt haben. Das Brot ist also auch ein geistiges Gut. Doch was heißt das genau? Die geistigen Ursprünge der christlichen Kultur sind in der Bibel zu suchen. So ist es auch mit der Geschichte des Brotes. Als Gott den ersten Menschen aus dem Paradies vertrieben hatte, mußte dieser sein tägliches Brot von nun an hart verdienen. Darauf hin befahl Gott dem Menschen, das Ackerfeld zu bebauen. Am Anfang der menschlichen Geschichte stand also tatsächlich der Ackerbau.



Bevor der Mensch auf die Idee kam, Getreide zu verarbeiten, aß er die Getreidepflanzen roh. Er verzehrte die geernteten Körner. Man vermutet, daß vor etwa 10.000 Jahren die Völker auf dem Territorium des heutigen Irak anfingen, Getreide zu Mehl zu verarbeiten und daraus Brot zu backen. Die ersten Mühlen waren sehr primitiv. Auch die Qualität des Brotes ließ sich wünschen übrig. Die Entdeckung, daß Getreide sich zu Mehr verarbeiten läßt, war nicht nur ein riesiger technischer Fortschritt, sondern vor allem eine Neuerung, welche die Lebensqualität der damaligen Zeit bedeutend verbesserte, denn die Menschen konnten sich besser ernähren. Doch diese Entdeckung war nicht plötzlich. Der Mensch machte aus dem Getreide eine Art Brei und röstete ihn. Der geröstete Brei hatte die Form eines Fladens. Der Übergang zum Brotbacken war also fließend. Erst später wurde aus dem Getreide vollwertiges Brot gebacken. Die Getreideverarbeitung begünstigte auch die intensive Vermehrung der Bevölkerung. Brotbacken war nicht nur Privileg der Reichen. Auch wohlhabende Bauer konnten Brot backen. Allerdings blieb diese Kunst den Ärmsten nicht zugänglich, da sie kein Ackerland besaßen.

Mit der Zeit wurde die Technik des Brotbackens immer moderner. Der Mensch mußte das Getreide nicht mehr von Hand verarbeiten. Ein weiterer technischer Durchbruch kam dem Menschen zur Hilfe: der Pflug. Seine Erfindung muß man den alten Ägypten verdanken. Doch auch dieses Werkzeug war nicht von Anfang an da. Zuerst machte der Mensch Löcher in der Erde und steckte Samen hinein. Doch dabei gingen viele Samen kaputt, da die Löcher nicht genug tief waren. Außerdem waren die Löcher nicht in eine Reihen angeordnet, wie heute. Sie waren chaotisch verteilt und mischten sich mit dem Unkraut zusammen. Man konnte eine nützliche Pflanze vom Unkraut nicht mehr unterscheiden. Das alles brachte den Menschen auf die Idee, seine Ackerbearbeitung zu optimieren. Mit der Erfindung des Pflugs konnte ein größeres Ackerfeld bearbeitet werden, was die Ernteerträge natürlich erheblich steigen ließ.

Im Mittelalter modernisierte sich die Kunst der Bodenbearbeitung und Brotherstellung weiter. Gerade in dieser Zeit entstehen die ersten professionellen Bäckereien und der Bäckerberuf, der zunehmend an Ansehen gewinnt, wird von immer mehr jungen Menschen gewählt. Die ersten Bäckereien konnten aus technischen Gründen und aus Mangel an Personal die rasant wachsende Nachfrage nicht befriedigen, obwohl die Zahl der Mühlen stieg. Zur gleichen Zeit etablierten sich noble Bäckereien, die überwiegend reiche Kunden bedienten. Die Qualität der Produktion war dementsprechend viel höher. Aus dem Mittelalter sind Berichte über Bäckereien am päpstlichen Hof überliefert, die mit Ihren Backwaren weit über die Grenzen des Vatikans hinaus bekannt waren. Den päpstlichen Bäckern war es strengstens untersagt, ihre erlesenen Rezepte bekannt zu geben. Als Strafe drohte Exkommunikation.