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Eine kurze Getreidekunde

Das Getreide ist das älteste Nahrungsmittel. Die allerersten Menschen, noch sehr lange vor dem Erscheinen des modernen Menschen, ernährten sich hauptsächlich von den Pflanzen. Sie aßen frisches Grün, Beeren, Pilze und Getreide.



Hat man sich jemals gefragt, aus welchen Rohstoffen unser tägliches Brot besteht? Man weiß, dass Brot entweder aus Weizen, Roggen oder Dinkel gemacht wird. Seltener gibt es Brot aus Hafer oder Gerste. Diese Getreidesorten sehen unterschiedlich aus und Brot aus ihnen schmeckt ebenfalls nicht gleich. Nicht nur die Pflanzen sind verschieden, sondern auch die Körner unterscheiden sich in der Größe oder Länge. Ebenso unterschiedlich sind ihre Wachstums- und Reifezeit. Es ist bekannt, dass das Getreide in den milden Regionen des Mittelmeers schneller reif wird und die Ernte früher stattfindet, als in den roheren Gebieten nördlich der Alpenkette. Doch nicht nur das Klima in de jeweiligen Region bedingt den Wachstum des Getreides. Auch die Art, wie der Boden beschaffen ist, spielt eine große Rolle. In den Gegenden rund um das Mittelmeer ist der Boden mehr fruchtbarer und mehr mit Mineralstoffen angereichert, als zum Beispiel in Deutschland. Außerdem ist zu beachten, dass es in den anderen Regionen Schädlinge nicht gibt, die für deutsches Getreide eine Plage sind. Grundsätzlich findet die Wachstums- und Reifeperiode des Getreides innerhalb von elf Monaten statt. Erst nach einem Monat werden die ersten feinen Keime sichtbar, die aus dem Boden in Richtung Wärme und Licht mit voller Kraft emporsteigen. Über Winter bleiben die jungen Pflanzen in der Erde. Je schneereicher der Winter ist, desto mehr Schutz vor Frost wird dem Getreide geboten. Wie unter einer dicken weißen Decke warten die Keime auf die ersten Anzeichen des nahenden Frühlings. Man kann kaum vermuten, dass unter dem toten Schnee sich Leben verbirgt. Ein winterliches Getreideacker sieht öde aus. Ist der Frühling da, wachen die Keime von ihrem Winterschlaf auf und ab jetzt kann ihren rasanten Wachstum nichts mehr aufhalten.

Nach einem Monat steigen erste Stengel aus der Erde. Sie haben eine zart grüne Farbe. Im Laufe des Reifens wird das Grün immer saftiger und intensiver. Ca. im achten Monat verliert die Farbe an Intensität und geht langsam aber sicher in das Gelbe über. Nach neun Monaten bilden sich erste Körner. Im zehnten Monat ist die Getreidepflanze ganz gelb und im elften Monat - erntereif.

Von der Vielzahl der Getreidearten gebraucht der Menschen für seine Nahrung vor allem Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer. Aber auch in dieser Reihe spielt Weizen die Hauptrolle, weil der Mensch mehr weises Brot, also Weizenbrot, verzehrt. Vollkornbrot wird hauptsächlich aus Roggen und Dinkel gemacht. Doch was wissen wir über den Weizen, den König des Getreides? Nur Fachleute wissen, dass es über 200 Weizensorten gibt, ausgenommen Unterarten. In Deutschland fühlt sich der Weizen besonders in den südlichen Gebieten sehr wohl, da dort der an Mineralstoffen reiche Humusboden sein Gedeihen begünstigt. Der Weizen wird überall auf der Welt angebaut, doch seine Heimat ist das warme Vorderasien. Um sich gut zu entwickeln, braucht der Weizen viel Wärme, vielleicht mehr als andere Getreidesorten. Doch einmal gesät, wächst er am schnellsten.

Roggen wird weniger als der Weizen bevorzugt. Doch auch er gehört zu den meist angebauten Getreidesorten weltweit. Das Roggenmehl ist dunkel. Deswegen wurde das Roggenbrot im Mittelalter als "Teufelsspeise" bezeichnet. Heutzutage wird Roggen für die Herstellung des Vollkornbrotes verwendet.