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Der lange Weg vom Korn zum Brot
Der Weg des Brotes ist lang. Besonders wenn man die Geschichte der Brotkunst anschaut, stellt man fest, dass diese Entwicklung sehr schleppend war. Und nicht zuletzt waren da die Götter am Werk, denn sie standen mit ihrem Segen am Anfang jedes Brotbackvorgangs. Der antike Mensch war angewiesen an Götter. Allein schon der Rohstoff für das Brot, das Getreide, war ein Geschenk Gottes. Im Schweiße seines Angesichts gewann und bearbeitete der Mensch das Korn. Es war sehr schwierig, weil die Ernte durch harte Wetterbedingungen oft kaputt ging. Doch das schreckte den Menschen nicht davon ab, die wertvollen Pflanzen zu sammeln und die Körner zu rösten. Geröstetes Getreide war besser für die Verdauung und blieb länger frisch. Das Rösten der Körner war der erste große Schritt auf dem Weg vom Korn zum Brot. Doch auch da lag eine lange Entwicklung dazwischen. Bevor der Mensch das Getreide röstete, machte er es zum Brei. Erst später kam er auf die Idee, eine warme Speise daraus zu machen, die viel sättigender war, als das geröstete Korn. Der Getreidebrei wurde auf Feuer geröstet. So entstand ein Getreidefladen, der auch geschmacksmäßig viel besser war. Rohes Getreide schmeckte sehr neutral.
Obwohl der Geschmack eine erhebliche Neuerung erfuhr, blieb die Technik der Getreidebearbeitung noch ziemlich primitiv. Beim Sähen vergrub der Mensch die Getreidesamen in die Erde. Viele Samen gingen dabei kaputt, bis ein weiterer Fortschritt statt fand: die Erfindung des Pfluges. Es dauerte ca. Tausend Jahre, bis der Mensch auf die Idee kam, den Ackerboden mit Hilfe eines aus Holz angefertigten Bogens zu bearbeiten, der mit Tieren gezogen wurde. Obwohl der hölzerne Pflug sehr instabil war, nahm er dem Menschen viel Anstrengung ab. Aber auch der Pflug musste eine Entwicklung durchmachen. Er wurde vor etwa 5.000 Jahren vor Chr. erfunden. Der erste Pflug hatte die Form einer Gabel. Erst in der Jungsteinzeit, vor etwa 4.000 Jahren vor Chr. kamen Tiere dem Menschen zur Hilfe. Der Pflug hatte auch eine enorme soziale Bedeutung. Da das Ackerfeld regelmäßig bearbeitet werden durfte, konnte eine Menschengruppe länger an einem Ort bleiben und nicht mehr auf die Suche nach anderen Territorien wegziehen.
Der Pflug gab dem Menschen die Möglichkeit, den Boden besser zu bearbeiten. Doch genau das musste der Mensch zuerst lernen. Der Vorteil des Pflugeinsatzes lag vor allem darin, dass man die Furchen geradelienig machen konnte. Vor der Erfindung des Pfluges war das Aussähen nicht geordnet und sehr chaotisch. Es gab keine richtigen Reihen, sondern stets Löcher in der Erde. Außerdem entstanden zwanghaft regelmäßige Ackerflächen. Ab jetzt waren sie geometrisch wohl geformt. Auch der Einsatz von Tieren war ein bedeutender Fortschritt. Die ersten Mühlen wurden ebenso mit tierischer Kraft betrieben.
Der Pflug wurde vermutlich im alten Orient erfunden. Doch auch die ersten Menschen (homo erectus) gebrauchten eine primitive Konstruktion zum Graben von Löchern in der Erde.
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